DUOMO FLORENZ GESCHICHTE

Die Geschichte des Doms

Der Dom von Florenz, auch bekannt als Santa Maria del Fiore, ist eine der berühmtesten Kirchen Italiens. Seine atemberaubende Kuppel, die im 15. Jahrhundert fertiggestellt wurde, war damals die größte in Westeuropa.

Der Domkomplex besteht aus mehreren Gebäuden: Die Kathedrale Santa Maria del Fiore, die zwischen 1296 und 1436 erbaut wurde, das Baptisterium San Giovanni aus dem 11. Jahrhundert, Giottos Campanile, ein Glockenturm, der zwischen 1334 und 1359 errichtet wurde, und das Museo dell'Opera del Duomo, das 1891 gegründet wurde. Der Domkomplex gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und zeigt den bedeutenden Beitrag von Florenz zur Kunst und Architektur der Renaissance.

Errichtet an der Stelle der Santa Reparata

Santa Maria del Fiore befindet sich an der Stelle, an der zwischen dem 4. und 6. Jahrhundert die erste Kathedrale von Florenz, Santa Reparata, errichtet wurde. Die Basilika war eines der frühesten christlichen Bauwerke der Stadt. Im 9. Jahrhundert wurde sie zur Hauptbasilika, die der Heiligen Reparata geweiht war, einer Märtyrerin, die im Jahr 400 n. Chr. zur Schutzpatronin der Stadt erklärt wurde. Während des Baus des neuen Doms fanden in Santa Reparata weiterhin Gottesdienste statt. Im Laufe der Zeit wurde sie zur Grabstätte bedeutender Persönlichkeiten, darunter Filippo Brunelleschi. Die archäologischen Überreste der alten Basilika und ihr Mosaikboden mit christlichen Motiven sind noch heute im Untergeschoss des Doms zu sehen.

Die Entstehung des neuen Doms

Die Planungen für den Bau des neuen Doms begannen im späten 13. Jahrhundert, da die bestehende Kathedrale Santa Reparata baufällig geworden war und für die wachsende Bevölkerung der Stadt zu klein wurde. Zudem begannen in dieser Zeit auch Pisa und Siena mit dem Wiederaufbau ihrer Kathedralen. Die neue Kathedrale sollte prächtig sein und den Reichtum sowie die religiöse Bedeutung der Stadt widerspiegeln.

Arnolfo di Cambio

Der Stadtrat von Florenz nahm 1294 den Entwurf des Architekten Arnolfo di Cambio für die neue Kirche an. Der Entwurf für den neuen Dom sah ein deutlich größeres Gebäude, eine reich verzierte, prächtige Fassade und eine gewaltige Kuppel vor. Der endgültige Entwurf für die Kuppel wurde später von Brunelleschi fertiggestellt, doch Arnolfos Vision legte den Grundstein für den Dom, den wir heute sehen. Der Grundstein für den Dom wurde am 9. September 1296 von Kardinal Valeriana gelegt.

Ein Vermächtnis gemeinsamer Anstrengungen

Als Arnolfo 1302 starb, kamen die Arbeiten für eine Weile zum Erliegen, wurden jedoch nach der Entdeckung der Reliquien des Heiligen Zenobius im Jahr 1330 wieder aufgenommen. Im Jahr 1334 wurde Giotto mit der Bauleitung beauftragt, insbesondere für den Campanile, den Glockenturm. Nach Giottos Tod im Jahr 1337 übernahm Andrea Pisano die Arbeiten. Ab 1349 leitete Francesco Talenti das Projekt und erweiterte es weiter. Die Architekten Talenti und Ghini nahmen einige Änderungen vor, hielten sich jedoch größtenteils an Arnolfos ursprüngliche Vision.

Die Unterstützung durch die „Arte della Lana“

Die Zunft „Arte della Lana“ spielte beim Bau des Florentiner Doms eine sehr wichtige Rolle, da sie erhebliche finanzielle Unterstützung leistete und qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stellte. Sie beauftragte Künstler wie Brunelleschi, Donatello und Domenico di Michelino, bei der Ausschmückung des Doms mitzuwirken. Im 14. Jahrhundert war die ältere Kirche Santa Reparata abgerissen worden, um Platz für den neuen Dom zu schaffen; das Hauptschiff wurde bis 1380 fertiggestellt.

Brunelleschis innovativer Entwurf

Die von Filippo Brunelleschi entworfene Kuppel war für ihre Zeit eine bemerkenswerte technische Meisterleistung. Brunelleschi nutzte innovative Techniken, wie beispielsweise ein einzigartiges Fischgrätenmuster aus Ziegeln, um sie ohne Gerüste zu errichten. Die Kuppel wurde zu einem Wahrzeichen von Florenz. Im Inneren befindet sich ein berühmtes Fresko aus dem 16. Jahrhundert von Giorgio Vasari und Federico Zuccari, das das Jüngste Gericht darstellt und die religiöse Bedeutung der Kathedrale widerspiegelt.

Inspiriert von der Lilie

Die neue Kathedrale wurde der Jungfrau Maria geweiht und erhielt den Namen „Santa Maria del Fiore“, was „Heilige Maria der Blume“ bedeutet. Dieser Name bezieht sich auf die Lilie, ein Symbol von Florenz, das auch mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht wird. Der Name der Kathedrale verdeutlicht ihre Verbindung zur Identität der Stadt und ihre religiöse Bedeutung. Obwohl der Name erst bei der Weihe der Kathedrale im Jahr 1436 offiziell verwendet wurde, war sie bereits seit Baubeginn im Jahr 1296 unter diesem Namen bekannt.

Weihe im Jahr 1436

Der Dom von Florenz wurde 1436 von Papst Eugen IV. geweiht. Damit war der Dom offiziell fertiggestellt und für den Gottesdienst bereit. Die Kuppel war kurz vor der Weihe fertiggestellt worden, doch die Arbeiten am Dom gingen weiter, sodass die Fassade über Jahrhunderte hinweg unvollendet blieb.

Der Dom von Florenz heute

Auch heute noch ist der Dom von Florenz ein herausragendes Symbol der Stadt, das aufgrund seiner architektonischen Schönheit und historischen Bedeutung viele Besucher anlockt. Im Dom finden regelmäßig Messen statt, die in der Regel von einigen hundert bis zu über tausend Gläubigen besucht werden, vor allem zu besonderen Anlässen und Feiertagen. Die Kathedrale ist nach wie vor ein aktives Zentrum des Glaubens und der Kultur, das seine Geschichte zelebriert und Einheimische und Touristen willkommen heißt.

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